Gemeindeversammlung – Rückblick und Ausblick in schwierigen Zeiten

Vor zahlreichen lebhaft mitdiskutierenden Zuhörern referierten Kirchenvorstandsvorsitzende Brigitte Hillebrecht und Pastor Kai-Uwe Hecker am 19. März über St. Michael in 2019.

In den Berichten zum abgelaufenen Jahr spiegelte sich das Bild einer lebendigen Gemeinde mit vielfältigen Angeboten für die Jüngsten bis hin zu den Senioren. Sommerfest, Erntedankfest, Advents-Café, Weihnachten mit Krippenspielen, die Jubiläen 150-Jahre St. Michael und 10 Jahre Stiftung waren Höhepunkte für alle. Konfirmanden-Freizeiten, Kinder- und Mini-Gottesdienste, Kinder-Bibelwoche, der muntere neue Kinderchor, der vielgefragte Kindergarten mit Wartelisten, die Krippe, Jugendarbeit. Ein engagierter Posaunenchor, der Kirchenchor-Cantiamo, Turmkonzerte, Stiftungskonzerte, Seniorennachmittage, Tagesreisen und Theaterbesuche: Es ließe sich noch viel aufzählen. Auch der Friedhof ist ein großer Aufgabenbereich.

B. Hillebrecht P. K-U. Hecker

All dem stellt sich der im letzten Jahr neu gewählte, harmonisch zusammenarbeitende Kirchenvorstand. Als arbeitsintensive Aufgabe stellte sich die Turmsanierung und die Renovierung unserer Kirche heraus. Sie ist jetzt nahezu abgeschlossen. Zwei Jahre lange hatte dieses Projekt in Planung, Finanzierung und Durchführung viele Kräfte gebunden.

Ein tiefer Einschnitt für die Gemeinde war im August 2018 der Weggang unseres beliebten Jugend-Diakons Patrick Oeser. Wir haben ihn ungern ziehen lassen, aber die Lebensplanung eines jungen Paares hat Vorrang. Jetzt stehen wir unmittelbar vor der Verpflichtung einer jungen Diakonin als Nachfolgerin.

Einen sorgenvollen Blick in die Zukunft richtete Pastor Hecker mit dem Verweis auf die Kirchenaustritte des letzten Jahres. Christlicher Glaube in schwerem Fahrwasser und „Volkskirche“ als Auslaufmodell. Der Rückgang von Taufen, Konfirmationen und Hochzeiten spricht eine deutliche Sprache. Wie können wir lebendig und zeitgemäß als Christengemeinde leben? Was bedeutet für uns Wertegemeinschaft? Wie kommunizieren wir einen liebenden, vergebenden Gott in Gestalt von Jesus Christus im Mittelpunkt unserer Gemeinschaft. „Wir haben keine Zeit mehr. Die Gewohnheiten der alten Welt brechen weg. Die Menschen kommen nicht mehr selbstverständlich,“ mahnt Pastor Hecker. Der Gottesdienst ist Mittelpunkt und zugleich Aushängeschild der Gemeinde. Wenn Menschen, die erstmalig oder gelegentlich in den Gottesdienst kommen, freundlich wahrgenommen werden, wenn sie aus einer lebendigen Predigt etwas für ihren Alltag mitnehmen und die Musik (z. B. Taizè-Lieder) schon mal „Gänsehautfeeling“ erzeugt, dann werden sie Kirche als einen guten und möglichen Ort in Erinnerung behalten. Der Gottesdienst als tolle Erfahrung, als echte Feier. Pastor Hecker nannte es alternativlos, alte, bisher selbstverständliche Formulierungen zu hinterfragen und ggfs. neue zu entwickeln. Verschiedene Gottesdienstformen im Wechsel geben Raum und Zeit zur Erprobung.

Diese sorgenvollen Gedanken von Pastor Hecker nahmen die zahlreichen Besucher der Gemeinde-versammlung in vielen Beiträgen auf. Neben Anerkennung für das Bestehende gab es auch viele Vorschläge für Veränderung, Wünsche und Anregungen.  Ein Schwerpunkt ist dabei die Kommunikation und bessere Vernetzung der einzelnen Gruppen in der Gemeinde. Der Kirchenvorstand wird diese Gesichtspunkte abwägen und nach Möglichkeiten suchen, Anregungen umzusetzen.

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