Bis auf den allerletzten Platz gefüllt war die weihnachtlich geschmückte Kirche am Heiligen Abend, als die Hirten und Könige des Krippenspiels beim frühen Familiengottesdienst die Geburt Jesu Christi bestaunten. Geleitet von Jugend-Diakonin Luisa Heckmann und fleißig eingeübt von Susanne Hohnschhild waren sie dem Stern von Bethlehem gefolgt. „Oh lasset uns anbeten den König, den HERRN“
Zur 17.00 Uhr-Christvesper empfing der Posaunenchor, geleitet von Hannah Wischendorff, die Besucher vor der Kirche. In ihrer Predigt schaute Pastorin Raphaela Gerlach mit den Augen der einsamen alten Frau Anna vom Küchentisch her auf das Geschehen. „Wo bin ich willkommen? Vielleicht muss ich selbst hinausgehen, in die Kirche? Neu anfangen?“ In der Tat: In der Krippe liegt eine Einladung: Gott mitten unter uns, ein kleines, schutzbedürftiges Wesen, keine Perfektion, Gemeinschaft in Liebe und Hoffnung. Weihnachten ist Einladung, Gott in unseren Herzen Raum zu geben. „Oh Du fröhliche, Gnaden bringende Weihnachtszeit“
Stimmungsvoll, bei Kerzenlicht aus Bethlehem in den Besucherhänden bei der 23.00 Uhr-Christmette, erinnerte Pastorin Gerlach im Bild des zerbrechlichen Streichholzes daran, dass Gottes Licht und das göttliche Wort des Engels „fürchtet euch nicht“ einen neuen Anfang bedeuten – wenn wir uns darauf einlassen.
Ein kleines Kind in der Krippe wird zur Hoffnung. Mit dem im Stehen gesungenen Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ noch im Ohr, und etwas müde, ging es zu später Stunde hinaus in die frostklare Winternacht.
Am 1. Feiertag begleitete der Cantiamo-Chor unter der Leitung von Thomas Rims den Festgottesdienst. Mit „Noel, Noel“ und „Merry Christmas“ erklangen internationale Weihnachtslieder. In ihrer Predigt lenkte Pastorin Gerlach den Blick auf die eine oder andere erwartungsfrohe Familie rund um den Gabentisch. So manches ungelöste Problem, Not oder Streit sitzen da mit am Tisch.
Sie erinnerte daran, dass das Christuskind auch nicht in eine perfekte Familie hineingeboren wurde. Unter den Nachfahren von Stammvater Abraham war von Neid und Missgunst, bis zu Betrug und Mord die ganze Sündenpalette vertreten. Bei Gott ist es nicht wichtig perfekt zu sein. In der kargen Krippe kommt Gottes Licht in unsere Welt. Es ist an uns, diese Liebe weiterzugeben.
Im Sylvester-Gottesdienst mit Abendmahl kam noch einmal die Jahreslosung für 2025 in den Blick: „Prüft alles und behaltet das Gute“ (Tessaloniker 1). Die Krisen der Welt sind nähergekommen, Kriege und Zwietracht, nicht nur in der Ukraine und in Gaza. Verwegene Machtspiele von einstigen Verbündeten, aber oft auch Erschütterungen im persönlichen Umfeld. Pastorin Gerlach erinnerte daran, dass in Deutschland auch viel Gutes dabei war: Junge Menschen, die Verantwortung übernehmen, mehr als 27 Millionen Ehrenamtliche und etliches mehr. Anlass dankbar zu sein.
Am 4. Januar standen die Sternsinger im Mittelpunkt: Kindern in Bangladesch helfen: „Schule statt Fabrik“.
1,8 Millionen Kinder müssen dort unter widrigen Umständen arbeiten, um ihre Familien durchzubringen. Weltweit sind es sogar geschätzt 138 Millionen. Eine große Schar von Steller Kindern und Begleitern, unter Leitung von Diakonin Luisa Heckmann und von Ute Welchert waren verkleidet als Hirten und Könige, am Vortag durch tiefen Schnee unterwegs um Spenden zu sammeln. In 40 Haushalten hatten sie insgesamt 1427 EURO Spenden eingesammelt, damit Kinder im fernen Asien Zugang zu Bildung erfahren und ein Stück Zukunft gewinnen. Pastorin Gerlach dankte allen Beteiligten: „Ihr seid Licht der Welt und habt lebendigen Glauben gezeigt.“
Und auch zu Jahresbeginn war ein Gottesdienst vor allem dem Dank an die vielen Ehrenamtlichen der Kirchengemeinde gewidmet. Pastorin Gerlach hob darin die große Bedeutung der so vielfältigen Unterstützung ihrer Arbeit als Seelsorgerin durch diesen großen Mitarbeiterkreis hervor.




