In diesem Jahr standen die sechs Gottesdienste der Sommerkirche in der Region „Zwischen Elbe und Seeve“ (das sind die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden Ashausen, Fliegenberg, Ramelsloh und Stelle) unter dem Leitwort „Neuanfänge“. Die Gottesdienste knüpften an die Jahreslosung 2026 an: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5). In der Bibel haben Menschen immer wieder einen Neuanfang suchen müssen.
Exemplarisch wird über zwei Gottesdienste berichtet:
Am Sonntag, dem 19. Juli war in St. Andreas Ashausen die Meißner Kantorei auf ihrer Konzertreise unter der Leitung von Prof. Christoph Sandmann zu Gast und umrahmte zusammen mit der Orgel den stark besuchten Gottesdienst.
Pastorin Raphaela-Catina Gerlach Waldow hatte die biblische Genesis-Geschichte (Gen. 16) von Sarai und Hagar zum Thema gemacht: Sarai war alt geworden und immer noch kinderlos. Da überredete sie ihren Mann Abram, ihre ägyptische Magd Hagar zu schwängern. Hagar wurde schwanger, und verachtete daraufhin Sarai. Diese rächte sich und Hagar musste fliehen. An einer Quelle in der Wüste erschien Hagar in höchster Not ein Engel. Der sagte zu ihr: „Gehe zurück und ordne dich Sarai unter. Der HERR hat deinen Hilferuf gehört. Du wirst einen Sohn gebären. Den sollst du Ismael nennen. Der HERR wird dir so viele Nachkommen geben, dass sie nicht zu zählen sind.“ Jahre später erschien der HERR Abram. Er nannte Abram und Sarai fortan Abraham und Sarah und kündigte ihnen die Geburt Isaaks durch Sarah an. Der Familienfriede währte nicht lange. Hagar und Ismael mussten erneut in die Wüste fliehen. Dieses Mal in die Freiheit, denn Gott war weiter an ihrer Seite. So wurde Abraham zum Stammvater der abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Für Hagar war es ein zweifacher Neuanfang: der erste in die alte Ordnung, die nicht hielt. Der zweite in die Freiheit. Pastorin Gerlach-Waldow sieht darin viele Parallelen zum menschlichen Miteinander bis in unsere Tage. Wenn wir den Neuanfang wagen, oder es wieder versuchen, und dabei auf Gott vertrauen, wird er an unserer Seite sein. Nur wissen wir nicht, wann und wie.
Die Meißner Kantorei schmückte den Gottesdienst mit etlichen Liedbeiträgen, darunter eine vor zwei Tagen uraufgeführte Komposition von Rainer Lischka zu Psalm 13. Dafür gab es viel Beifall.
Ein besonderer Höhepunkt war der auf NDR, WDR und im RBB übertragene Radiogottesdienst am 9. August aus der St. Andreas Kirche in Ashausen.
Die Einführung in den Gottesdienst sprach die NDR-Radiopastorin Ann-Katrin Brenke. Für einen Radiogottesdienst interessant geworden ist St. Andreas durch neue Gottesdienstformen.
Geleitet von Pastorin Deborah Siemermann und musikalisch umrahmt von Katrin Abakumova (Klavier, musikalische Gesamtleitung), Ansulf Thalheim (Saxofon) und Maryna Hnezdilova (Gesang) sowie einem Projektchor war hier MUT ZUM NEUANFANG das Thema, passend zur Jahreslosung 2026: Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21,5).
Zu Popmusik, neuen Kirchenliedern und Taizè-Stücken hatte Pastorin Siemermann die Geschichte der „gekrümmten Frau“ aus dem Lukasevangelium 13,10-17 zum Leitgedanken ihrer dreiteiligen Predigt gemacht.
Als Auftakt erklang eine Interpretation des Liedes Neuanfang von Clueso.
Neuanfang: Was braucht es dafür? Was steht dem im Wege? Es folgten als Predigttext Verse aus dem 139. Psalm, die Geschichte von der gekrümmten Frau. Danach erzählten drei Gemeindemitglieder, wo ihnen ein Neuanfang persönlich begegnet ist. 
In ihrer Predigt sagte Pastorin Siemermann: „Viele von uns gehen nur äußerlich aufrecht durchs Leben. In Wahrheit sind sie bedrückt, überfordert, und innerlich verkrümmt. Sie möchten gesehen werden, wahrgenommen werden, wie die gekrümmte Frau von Jesus gesehen worden war. So Gekrümmte brauchen Mut und Mit-Menschen, die sie aufrichten. Das ist oft der Weg, wie Gebete erhört werden. Die tröstliche Botschaft der Bibel lautet: Es ist nie zu spät! Und, du musst es nicht allein schaffen. Jesus sagt: Ich bin bei dir.“
Wunderbar auf dieses Thema abgestimmt und vorgetragen waren die Lieder und Musikstücke: Du bist ein Gott der mich anschaut (Freitöne 1), Wo Menschen sich vergessen (Freitöne 172), In dir ist Freude (EG 398) sowie River flow in you (v. Yiruma), Melodie in F-Dur (A. Rubinstein, das AVE Maria (W. Wawilow) im Anschluss an die Predigt, und das Bourree aus der Suite C-Moll (J. S. Bach) sowie das Tazè-Lied Meine Hoffnung, meine Freude.
Mit dem Vaterunser, dem Segen und dem irischen Volkslied- Lied „Möge die Straße uns zusammenführen“ endete ein großartiger, moderner Gottesdienst. Nachdem die Mikrofone abgeschaltet waren, gab es langanhaltenden, stehenden Beifall für alle Beteiligten. Es war ein Gottesdienst, der eine ungewöhnlich intensive Vorbereitung erfordert hatte. DANKE an alle.
Der Gottesdienst kann in der NDR-Radio-Mediathek noch bis zum 07.02.2027 gehört werden.
Die Fotos zeigen: Pastorin Deborah Siemermann Katrin Abakumova, Maryna Hezdilova und Ansulf Thalheim musikalische Gesamtleitung Katrin Abakumova Radiopastorin Ann-Katrin Brenke





