150 Jahre Posaunenchor Stelle

12.4.2026 – was für ein aufregender Tag.

Monatelang haben wir auf diesen Tag hingearbeitet, haben teilweise mehrfach die Woche geübt, mal mehr, mal weniger erfolgreich und haben Hanna mal mehr, mal weniger zur Verzweiflung gebracht. Trotzdem hat sie es weiter mit uns ausgehalten.

Es war ja noch so viel vorzubereiten: Der Dresscode musste geklärt, das Plakat in einem kleinen internen Wettkampf entworfen, die Musikstücke sortiert und das Catering organisiert werden – hier noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an die fleißigen Helferlein im Hintergrund.

„Ist ja noch so lange hin.“

Die Plakate wurden im Dorf verteilt und plötzlich war der Tag doch schneller da, als gedacht.

Der Schlaf des einen oder anderen Bläsers bzw. der Chorleiterin war die Tage vorher evtl. nicht mehr ganz so ruhig, wie gewünscht.

Nach dem Einspielen vor dem Konzert hatten wir noch etwas Ruhe, es wurde vor der Kirche ein Gruppenfoto gemacht, einige waren draußen und haben beim Reingehen vielleicht einen kleinen, natürlich positiven, „Schreck“ bekommen, weil die Kirche inzwischen so gut gefüllt war.

Nach dem Läuten ging es schwungvoll mit der „Norddeutschen Festmusik“ los, die Hanna schon als Eingangsstück ausgewählt hatte, als die Noten zum Dt. Evangelischen Posaunentag 2024 erschienen sind, und die Gäste wurden damit in Stimmung gebracht.

Hanna hatte zu jedem Stück kleine, kurzweilige Moderationen und Anekdoten vorbereitet, ist dabei ins Jahr 1976 zum 100-jährigen Jubiläum zurückgereist, hat auch vom Kreuzworträtsel lösen in Omas Küche vor 30 Jahren erzählt, bei dem nach „poetisch für Atem“ gesucht wurde und damit eine amüsante Brücke zu dem Stück „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn“ geschlagen. Zwischen den Stücken wurde die eine oder andere Ansprache gehalten und eine Ehrung zum 150-jährigen Jubiläum ausgesprochen. Aber nicht nur der Chor hatte an diesem Tag Jubiläum, auch Hanna hatte ein persönliches Jubiläum zu feiern: Genau am 12.4.2004 hat sie von Opa den Taktstock übernommen und uns somit unter ihr „Kommando“ gebracht. Ein ganz wunderbares Kommando.

Die Stücke waren mal schnell, mal langsam, mal laut, mal leise und der Posaunenchor konnte beim Stück „Ukuthula“ auch seine Fähigkeiten als „Sängerchor“ präsentieren.

Insgesamt hatte Hanna eine tolle Mischung zusammengestellt, alle hatten großen Spaß beim Spielen und Hanna auch beim Dirigieren. Soviel Spaß, dass sie sich für das letzte Stück „Seid nicht bekümmert“ sogar ihres Blazers entledigt hat, weil das Stück recht viel Armfreiheit erfordert. Anhand des anhaltenden Applauses konnten wir davon ausgehen, dass auch die Gäste großen Spaß beim Zuhören hatten. Also haben wir, um unser jährliches Eisessen auch weiterhin zu finanzieren, mit dem Stück „Pecunia non olet“ (dt. Geld stinkt nicht) um eine kleine Spende gebeten, die gar nicht so klein ausgefallen ist und für die wir uns ganz herzlich bedanken möchten.

Nach einer zweiten Zugabe standen für alle Gäste und Bläser Getränke und Snacks bereit und es entstanden schöne Gespräche.

Für uns als Chor war der Tag rundum gelungen, Hannas Puls war am Ende wieder im Normalbereich und wir sind alle glücklich und zufrieden nach Hause gefahren, nicht ohne Hannas, seit 22 Jahren konstante, Verabschiedung nach jeder Probe „Denn kommt gut nach Hause und schlaft gut!“

Autorin: Kirsten Paus